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Erdgas
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Erdgas gilt als saubere Energie. Nicht zuletzt der verschwindend geringe Schwefelanteil sowie die im Gegensatz zu Heizöl und Kohle geringeren CO²-Emissionen sprechen für diesen Brennstoff. Weiterer Vorteil ist der Verzicht auf Brennstofflagerräume. Wer sich für Erdgas interessiert, sollte zuerst seinen Gasversorger (im Norden die Schleswag oder die örtlichen Stadtwerke) kontaktieren. Hier erhalten Sie Informationen über die Hausanschlußkosten und Anschlußmöglichkeiten. Nicht überall sind Erdgasleitungen verlegt, so dass evtl. auf Flüssiggas ausgewichen werden muss. Eine spätere Umrüstung von Flüssig- auf Erdgas ist problemlos möglich.
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Erdgas verbrennt mit bläulicher Flamme und weitgehend rußfrei
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Hier finden Sie Links zu folgenden Themen:
Schornsteinfeger und Gasheizung Gewinnung und Transport von Erdgas Wie sicher ist Erdgas? Was ist zu tun, wenn es mal nach Gas riecht? Gas aus Kohle (Stadtgas)
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Schornsteinfeger und Gasheizung
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Was hat der Schornsteinfeger mit Erdgas zu tun? Eine berechtigte Frage, denn ein Großteil der modernen Gasgeräte haben gar keinen Schornstein mehr. Die Abgase werden über ein senkrechtes Luft/Abgassystem über Dach geleitet. Ein richtiger Schornstein ist hier gar nicht mehr notwendig. Allerdings gibt es für die Führung der Abgasleitung diverse baurechtliche Vorschriften, deren Einhaltung vom Schornsteinfeger überwacht werden. Vor Installation eines Gasgerätes setzt sich der Installateur mit dem Schornsteinfeger in Verbindung. Dieser prüft, ob die geplante Anlage den technischen Regeln für Gasinstallationen (TRGI), der Feuerungsverordnung (FeuVO) und den brandschutztechnischen Vorschriften (LBO) entspricht und unterschreibt nach eingehender Prüfung den vorgelegten Gasantrag. Der Gasantrag wird i.d.R. zusammen mit dem Antrag für den Hausanschluß vom Installateur beim Gasversorgungsunternehmen eingereicht.
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Abgase von Gasfeuerstätten werden besonders bei niedrigen Außentemperaturen sichtbar. Verantwortlich hierfür ist der hohe Wasserdampfanteil von ca. 18,7%. Weitere Bestandteile: CO² (9,7%), Stickstoff (71,6 %).
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Nach Inbetriebnahme der Feuerstätte wird die Einhaltung der o.g. Vorgaben vom Schornsteinfeger überprüft und bescheinigt. Gasgeräte werden anschließend, je nach Bauart und Nutzungsart, jährlich bzw. im Zweijahresrhythmus überprüft. Diese Abgaswegüberprüfungen dienen der Sicherheit des Betreibers der Feuerstätte und natürlich auch dem Umweltschutz und der Energieeinsparung.
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Gewinnung und Transport von Erdgas
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Erdgas kommt, wie der Name schon sagt, aus der Erde. In Deutschland besteht ein Erdgasverbundnetz, d.h. ähnlich wie beim europäischen Stromverbund wird das Gas unter hohem Druck durch Pipelines ins deutsche Netz eingespeist. Hauptlieferanten sind Norwegen (21 %), Holland (16 %) und Russland (36 %). Von den etwa 100 Milliarden m³ Erdgas, die pro Jahr in Deutschland verbraucht werden, stammen etwas über 20 % aus heimischen Vorkommen. In Schleswig-Holstein und Hamburg wird fast ausschließlich mit "nordischem" Erdgas geheizt. Vor der norwegischen Küste liegt eines der größten Erdgasfelder der Welt. Über gigantische Offshore-Förderinseln wird das Ergas über Druckleitungen in Richtung Festland gepumpt. Erdgas besteht zu ca. 93% aus dem farb- und geruchlosen Methan (CH4), dem einfachsten Kohlenwasserstoff, der in der Natur vorkommt. Dieses Methan befindet sich in Gesteinsschichten oberhalb großer Rohölvorkommen. Es ist im Laufe von Jahrmillionen durch den Gärungsprozess dieser organischen Sedimentablagerungen entstanden. Bevor Erdgas zu den Verbrauchern gelangt, muss es aufbereitet werden. Bei seiner Förderung enthält Erdgas Wasserdampf und je nach Vorkommen organisch gebundenen Schwefel oder Schwefelwasserstoff. Vor der Einspeisung ins Netz müssen diese Bestandteile entfernt werden - letztere könnten auf die Stahltransportleitungen korrosiv wirken. Wasserdampf hingegen kann bei bestimmten Drücken und Temperaturen - insbesondere bei der Druckreduktion - zu Methanhydratbildung führen, kristalline Verbinden, die Leitungsverstopfungen verursachen. Bei Erdgasvorkommen auf dem Festland erfolgt die Aufbereitung in einem Schritt; bei Offshore-Anlagen (mit Ausnahme der weltgrößten Förderinsel "Troll" vor Norwegen) wird nur der Wasserdampf entfernt, während die Entfernung von Schwefelanteilen an der Anlandestelle auf dem Festland erfolgt. Das Erdgas hat im Bereich des Bohrkopfes einen Druck von bis zu 300 bar bei einer Temperatur von ca. 80° C.
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Etwa 3 km westlich vom Autobahnübergang nach Dänemark kommt das norwegische Erdgas in einer großen Pipeline nach Deutschland. Unmittelbar auf der Grenze befindet sich eine Druckregelstation, die das ankommende Erdgas auf etwa 60 Bar verdichtet und weiter Richtung Süden schickt. Gleichzeitig wird ständig die Qualität und der Heizwert des gelieferten Gases überprüft und dokumentiert. Die an den Stirnseiten der Druckstation sichtbaren "Schornsteine" führen überschüssige Wärme ab, die beim Verdichtungsprozeß entsteht. Durch diese Station laufen ca. 6 % des deutschen Erdgasverbrauchs.
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Bevor das Erdgas zum Verbraucher gelangt, wird es nochmals bearbeitet: Der Leitungsdruck wird über Druckregelstationen in Abhängigkeit vom Leitungsquerschnitt und -länge weiter reduziert und kommt beim Verbraucher nur noch mit sehr geringem Druck ins Haus. Außerdem wird ein Geruchsstoff beigemischt, der das eigentlich geruchsfreie Methan bereits in geringen Mengen deutlich verrät. Erdgas ist etwas leichter als Luft. Im Gegensatz zu Flüssiggas (Propan/Butan) verflüchtigt es sich, wenn es in Räumen mit offenen Fenstern oder im Freien austritt.
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Wie sicher ist Erdgas?
Immer wieder kommt es zu Gasexplosionen in Wohnhäusern. Die Presse läßt es sich nicht nehmen, Bilder von zerstörten Häusern auf der Titelseite zu präsentieren. Für die Ursache der Explosion, die oft erst Tage später herausgefunden wird, interessiert sich meist niemand mehr. Mit etwas Glück findet man einige Tage später in einer Randspalte der Tageszeitung einen kleinen Hinweis auf die Ursache des Unglücks. Meistens hat grobe Fahrlässigkeit zur Katastrophe geführt: Ein Bagger hebt vor dem Haus versehentlich die Gasleitung an und reißt dabei die Leitung im Haus auseinander. Bei neueren Hausanschlüssen kann das eigentlich nicht mehr passieren: Eine Stahlklammer fixiert die Leitung im Mauerdurchbruch und verhindert zuverlässig eine Beschädigung der hausinternen Gasinstallation. Manchmal sind auch die Bewohner selbst die Verursacher: Nicht fachgerechte Verlegung von Leitungen zum neuen Gasherd durch den Heimwerker kann ebenso fatal sein wie die Manipulation von Gasuhr oder Gasfeuerstätte. Es ist zu vermuten, dass bundesweit erheblich mehr Menschen durch Stromschläge zu Schaden kommen als durch Gasunfälle. Allerdings verlaufen derartige Unfälle bei weitem nicht so spektakulär und pressewirksam. Wer sich an die einschlägigen Vorschriften hält und nicht selbst zum Schraubenschlüssel greift, hat mit Erdgas eine sehr sichere Energiequelle im Haus.
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Was ist zu tun, wenn es mal nach Gas riecht?
Keine Panik! Erdgas riecht dank des beigemengten Duftstoffes so intensiv, dass selbst kleinste Gasmengen wahrgenommen werden. Schlägt Ihre Nase also Alarm, ist das noch kein Grund zur Panik. Bleiben Sie ruhig und beachten Sie folgende Punkte:
1. Keine Flammen, keine Funken! Also Zigaretten aus, kein Feuerzeug oder Streichhölzer benutzen. Auch an elektrischen Geräten können Funken entstehen. Deshalb: Licht- und Geräteschalter nicht mehr betätigen, keine Stecker aus der Steckdose ziehen. Kein Telefon im Haus benutzen!
2. Fenster auf! Frische Luft senkt die Gaskonzentration im Raum. Wenn möglich, Kellerfenster von außen öffnen. Wichtig: Auf keinen Fall die Dunstabzugshaube oder einen Ventilator benutzen - Funkenbildung!
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3. Gashahn zu! Schließen Sie die Absperreinrichtungen der Gasleitung!
4. Mitbewohner warnen! Wichtig: Klopfen, nicht klingeln! Und verlassen Sie so schnell wie möglich das Haus!
5. Bereitschaftsdienst anrufen- von außerhalb des Hauses! Ihr Gasversorgungs-unternehmen ist rund um die Uhr für Sie erreichbar und schnell zur Stelle. Dieser Sicherheitsservice kostet Sie keinen Pfennig - auch wenn es "falscher Alarm" gewesen sein sollte.
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Diese Gasexplosion wurde von Hand-werkern ausgelöst, die wegen des Gasgeruchs zu Hilfe gerufen wurden.
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Gas aus Kohle (Stadtgas)
Bis in die späte Nachkriegszeit wurde Gas hauptsächlich aus Steinkohle gewonnen. Zu diesem Zweck wurde die Kohle im Gaswerk unter Luftabschluss auf 1000 bis 1200°C erhitzt, wobei das in der Kohle enthaltene Gas entwich (Kohleentgasung). Das (giftige) Rohgas wurde zunächst in einem aufwändigen Destillationsprozeß von Teer, Ammoniak, Naphtalin, Schwefelwasserstoff und Benzol gereinigt. Neben der Großindustrie wurde dieser Verarbeitungsprozeß in größeren Städten oft von den Stadtwerken vorgenommen, die das Gas über Erdleitungen zum Verbraucher schickten (daher stammt der Begriff "Stadtgas").
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Stadtgas setzte sich zur Hauptsache aus Wasserstoff (51%), Methan (21%), Stickstoff (15%) und Kohlendioxid (9%) zusammen. Die entgaste Kohle (Koks) wurde für Heizzwecke weiterverwendet. Die übrigen bei der Destillation anfallenden Nebenprodukte waren begehrte Ausgangsstoffe z.B. für die chemische Industrie. Der Verkauf dieser Nebenprodukte trug wesentlich zur wirtschaftlichen Blüte der Gaswerke bei.
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Die Arbeit an den Kammeröfen, in denen die Steinkohle zur Entgasung durchgeglüht wurde, war äußerst anstrengend und nicht ungefährlich.
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Im Gegensatz zu Stadtgas, das früher aus Steinkohle gewonnen wurde, ist Erdgas völlig ungiftig. Der alte Spruch "...dann lege ich meinen Kopf in den Backofen!" stammt aus der Nachkriegszeit, als noch vorwiegend mit Stadtgas geheizt und gekocht wurde. Heute wird Stadtgas (bis auf ganz wenige Ausnahmen) nicht mehr zur Beheizung von Wohnungen verwendet.
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