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Holzvergaserkessel

Das Heizen mit dem Brennstoff Holz ist wieder aktuell geworden, seitdem  die Preise für Heizöl und Erdgas wieder angestiegen sind. Wer sich für den  Brennstoff Holz entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein, dass Holz mehrfach warm macht:

1. Beim Schlagen und Zersägen
2. Beim  Spalten
3. Beim Heizen

Von alleine wandert kein Stückchen Holz  zum Heizkessel. Neben dem Einsatz von Muskeln und Zeit sollte auch eine  gewisse Grundausstattung vorhanden sein: Motorsäge, Spaltaxt (geht auch hydraulisch), Anhänger, Lagerstätte und möglichst ein paar gute Freunde, die mit anpacken.
Wer seinen alten Öl- oder Gaskessel komplett entsorgt, um ganz auf Holz umzurüsten, muss wissen: 3000 Liter Heizöl entsprechen in ihrer Wärmeleistung etwa 15 Raummeter (ca. 8 Tonnen) Buchenholz!

Viessmann- Holzvergaser

Moderne Holzvergaserkessel funktionieren nach folgendem Prinzip:
Das Stückholz wird von oben  in den Brennraum gelegt. Über ein Gebläse wird Luft (Primärluft) von oben durch das Holz gedrückt. Im unteren Teil des Kessels findet die  Verbrennung statt: In einem Keramikblock wird das freigesetzte Holzgas  verbrannt. Die Keramiksteine heizen sich dabei rotglühend auf und bewirken unter Zugabe von Sekundärluft eine optimale Nachverbrennung. Wichtig:  Holzvergaserkessel vertragen keine Kohle, Koks, ungeordnete Holzreste oder Sägespäne.
Holzvergaserkessel sind für Häuser mit geringem Energiebedarf nur in Verbindung mit großen Pufferspeichern geeignet. Die Lage der Schornsteinmündung sollte möglichst hoch und weit von Fenstern  entfernt sein, hinter denen Wohnräume liegen. Auch sollte bei der Planung  die vorherrschende Windrichtung beachtet werden. Selbst bei optimalem Betrieb kann es zeitweise zu Rauch- und Geruchsbelästigungen kommen (besonders beim Anheizen).

Moderne Holzkessel bieten beim Emissionsverhalten und im Dauerbrandverhalten große Vorteile gegenüber alten "Feststoffkesseln", die meisten eher für Koks und Kohle konstruiert wurden. Allerdings lassen sich Holzkessel nicht besonders gut "gleitend regeln" wie z.B. moderne Öl- oder  Gasheizungen.
Es ist deshalb ratsam, sich einen sogenannten  "Pufferspeicher" neben dem Heizkessel installieren zu lassen, der überschüssige Wärme auffängt. Die Größe dieses Speichers sollte mind. 25 Liter pro kW Heizleistung haben, möglichst aber das Doppelte. Je größer  dieser Speicher, um so komfortabler das Heizen mit Holz: Wer in der  Übergangszeit seinen 3000-Liter-Speicher auf 85°C aufheizt, kann dann für einige Tage den Heizkessel auslassen und speist sein Heizsystem aus dem "heißen" Vorrat. Weiterer Vorteil: Der Holzvergaserkessel fährt während der gesamten Betriebszeit optimale Volllast bei hohen  Verbrennungstemperaturen. Die Emissionen bleiben gering und die Nachbarn  klagen nicht über Rauchbelästigungen, die bei Festbrennstoffen im  Teillastbetrieb (Verbrennungsluftmangel) unvermeidlich sind.

Bevor Sie sich einen Holzvergaserkessel  kaufen, sollten Sie Ihren Bez.-Schornsteinfegermeister um Rat fragen. Er wird die erforderliche Schornsteinhöhe und den Querschnitt des  Schornsteines festlegen oder prüfen, ob Ihr vorhandener Schornstein  geeignet ist. Lassen Sie sich von Ihrem Heizungsbaumeister ausführlich beraten und wählen Sie nicht die Minimallösung. Optimal ist es, wenn der  Aufstellraum von außen zugänglich ist (oder möchten Sie 15 Raummeter Holz die Kellertreppe heruntertragen?). Außerdem kommt es beim Nachlegen von  Holz konstruktionsbedingt oft zu Rauchgasaustritt aus der Fülltür, der sich dann im ganzen Haus verteilen würde.

So lieber  nicht!

Unser Tipp: Wenn Sie sich für einen  Holzvergaserkessel entscheiden, dann sollten Sie ihn auch wirklich  konsequent nutzen! Für gelegentliche Betriebsweise oder als Wochenend-Alibi für den Heimwerker ist der finanzielle und technische  Aufwand zu groß. Hier leistet ein zentral im Haus positionierter Kaminofen bessere Dienste.

Schornsteine von Feuerstätten für  feste Brennstoffe werden, soweit sie der alleinigen Beheizung von Gebäuden  dienen, drei - bis viermal jährlich gereinigt.

Kosten: Je nach Schornsteinhöhe und Kehrhäufigkeit 45 bis  60,- € pro Jahr.

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