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Kaminöfen -
Funktion und Kaufberatung

Aufstellbedingungen
Problemlösungen
Brennstoff Holz
Inbetriebnahme
Speckstein

Es gibt gute Gründe, sich einen Kaminofen anzuschaffen. Das  Spiel mit dem Feuer macht Spaß und schafft ein angenehmes Raumklima. Ins Feuer zu schauen ersetzt den Fernseher.
Die Kombination aus  Strahlungswärme und Konvektionswärme bringt eine gemütliche Wohnatmosphäre, die Ofenwärme wird optimal und zugfrei verteilt.

Kaminöfen müssen typgeprüft sein (Ü-Zeichen auf dem Typenschild) und sollten mit  selbstschließenden Türen ausgerüstet sein (Bauart I). Dann kann man i.d.R. auf Verbrennungsluftöffnungen nach außen verzichten.

Es gibt ein  breites Spektrum unterschiedlichster Modelle. Runde oder eckige Bauformen, Kaminöfen für Zimmerecken, Keramik- oder Blechverkleidungen usw.
Der  Ort der Ofenaufstellung hat bereits Einfluß auf das Modell: Soll das Feuer  von zwei Seiten sichtbar sein oder kann man den Ofen so positionieren, dass das Feuer in die richtige Richtung "guckt"? Helle Farben wirken  leicht und integrieren sich besser in modernes Wohndesign.

Hochwertige Kaminöfen führen die Verbrennungsluft kontrolliert zu und heizen die Verbrennungsluft vor.  Die Raumluft wird durch einen Kanal über der Flamme entlanggeführt und dabei auf ca. 300°C erhitzt. Die heiße Luft (Sekundärluft) wird gezielt  von innen gegen die Glasscheibe geführt und sorgt so für klare Sicht auf  das Feuer (kein Verrußen der Scheibe, siehe auch Schnittzeichnung). Danach gelangt die  Sekundärluft zum Feuer und ermöglicht eine saubere Verbrennung des Holzes.  Der Wirkungsgrad von Kaminöfen liegt bei 75 % - 80%!

Gute Öfen erkennt man  an sauberer Verarbeitung (Türen schließen bündig und dicht), außerdem an o.g. heißer Verbrennungsluftführung (Luftschieber im Türrahmen halten die Scheibe nur selten sauber) und letztendlich am Gewicht (billige  Öfen haben oft dünne Wandungen und wenig Schamottierung).
Gerne werden aufpreispflichtige Specksteine als Verkleidung angeboten, die besonders gut die Wärme halten. Das tun sie auch, aber um den Preis der trägeren Aufwärmung. Lesen Sie hierzu unsere Seite, die wir den
Specksteinöfen gewidmet haben. Achten Sie  beim Kauf zuerst auf gute Verarbeitung und optimale Luftregelung. Einen Ofen, der Ihrem persönlichen Geschmack entspricht, finden Sie in (fast) jeder Preisklasse.

Mit Kaminöfen darf man trockenes, stückiges Holz sowie Brikett verbrennen. Für die Nutzungsdauer gibt es im Gegensatz zu offenen Kaminen keine  Einschränkungen. Drei Kilogramm Holz ersetzen ca. 1 Liter Heizöl!
Brikett lohnen vom Preis eigentlich nicht, außerdem kann man damit ganz schön seine Nachbarn ärgern! Einzige sinnvolle Anwendung von Brikett ist, vorm Zubettgehen 2 bis 3 Stück in das Glutbett zu legen, die  Verbrennungsluft zu drosseln und zu hoffen, daß der Ofen am nächsten  Morgen noch warm ist.

Öfen mit Verbrennungsluftautomatik:
Einige Hersteller bieten Öfen mit einer automatischen Verbrennungslufteinstellung an. Der Sinn: Zum Anbrennen benötigt Holz Luft von unten durch das Ascherost (Primärluft). Wenn das Holz brennt, wird i.d.R. die Primärluft gedrosselt oder ganz geschlossen und auf Sekundärluft umgestellt (die Luft  wird in den oberen Flammenteil geleitet).
Die Automatik soll dem Betreiber diese Arbeit abnehmen. Über einen Rauchgasfühler wird die  Luftmenge entsprechend gesteuert. Man spart sich das Nachregeln und vermeidet evtl. Fehlbedienung.
Aber: Nicht alle Automatiksysteme sind gleich. Es gibt sehr einfache Regelungen, die lediglich die Primärluft drosseln und deshalb besser im Handbetrieb funktionieren. Andere Systeme regeln optimal im Wechselspiel zwischen Primär- und Sekundärluft und  gewährleisten immer eine saubere Verbrennung und klare Scheiben.
Falls  Sie sich für eine Automatik interessieren: Lassen Sie sich vom Verkäufer  die Funktion genau erklären. Auf ein Rundblech, das an einer Federstange geführt ist und lediglich ein Loch auf der Rückseite des Ofens öffnet oder verschließt, können Sie getrost verzichten.

Glasplatte als Unterlage
Ein durchsichtiger Belag nimmt optisch weniger Raum ein und  wirkt elegant. Deshalb erfreut sich die Glasplatte als Funkenschutz wachsender Beliebtheit. Aber Achtung: Meistens wird der Ofen auf die Glasplatte gestellt. Durch das Gewicht des Ofens kommt das Glas dann vorne  einige Millimeter hoch. Bei Teppichunterlage kein Problem, aber: Wenn Sie  Laminat oder Holzboden haben, werden selbst kleinste Schmutzpartikel unter  der Glasplatte sichtbar. Diese kleinen häßlichen Teilchen kriegen Sie nur  weg, wenn Sie den Ofen wegrücken und das Glas anheben!
Wenn Sie Wert  auf Glas legen und einen Holzboden haben, sollten Sie die Glasplatte an den Seiten und nach vorne zum Holzbelag abdichten (Dichtband oder  Silikon). Noch besser: Der Kaminofenhersteller Rika bietet patentierte
Glasplatten an, deren Dichtlippen durch geschickte Oberflächenprägung nicht störend wirken.
Übrigens: Da geprüfte Öfen i.d.R. nach unten keine Wärme abgeben, ist der Belag aus nicht brennbaren Baustoffen grundsätzlich nur vor der Feuerstätte vorgeschrieben (Aufstellanweisung des Ofens ist entscheidend!). Es ist deshalb evtl.  möglich, eine Glasplatte nach Maß anfertigen zu lassen, die lediglich vor  den Ofen gelegt wird. Nur bei Öfen mit rundem Standsockel wird´s  schwierig: Sie müssten das Glas an die Form des Ofens anpassen lassen (nicht ganz billig!).

Neugierig geworden? Lesen Sie weiter in den
Aufstellbedingungen für Kaminöfen. Oder bei den Tipps für die Inbetriebnahme. Haben Sie bereits einen Kaminofen, der aber nicht hält, was der Prospekt versprochen hat? Vielleicht helfen Ihnen unsere Problemlösungen.

Schornsteine von Kaminöfen werden, soweit sie als zusätzliche Heizquelle dienen, zweimal jährlich  gereinigt.

Kosten: Je nach  Schornsteinhöhe 30 bis 35 € pro Jahr.
Wenn sich bereits kehr- oder überprüfungspflichtige Feuerstätten im Haus befinden, ca. 15 bis 20 € pro Jahr.

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